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FOLGE NR.: 16

Chilly & Pepper
Fortsetzung
150206



Seit Mitte Januar haben wir uns so richtig bemüht, unseren beiden „Cachorros“ „Pepper“ und „Chilly“ Anstand und ein wenig Unterordnung beizubringen.

Der Besuch von Mareen und Robert, „Shar Pei Freunde“ aus Berlin, stand ja bevor!

Kommandos, wie „Sitz, Platz und Komm“ haben wir den beiden schon beigebracht.
„Pepper“ in seiner stoischen Gelassenheit, haben die Kommandos am Anfang überhaupt nichts bedeutet.

„Chilly“, die „Quicklebendige, neugierig und blitzschnell bei der Sache, hatte es immer fix herausgefunden, wie man an eine Belohnung (Leckerli) kam. „Komm“ mit dem Zusatz „Leckerli“ das verstand sie auf Anhieb, die Clevere. „Chilly“, das ist schon eine kleine „Muschelmaus“, die wir alle in unser Herz geschlossen haben, - „Pepper“, den Erhabenen, natürlich auch!

Wir wären ja auch „Hund“ –herum zufrieden, wenn nur nicht diese scheiß genetischen Belastungen der beiden Welpen uns immer wieder Sorgen bereiten würden; so, zum Beispiel „Pepper“, mit seiner überstandenen „Demodikose“, seines Entropiums an beiden Augen und seiner zu engen Gehörgänge und der damit verbundenen Ohrentzündungen, alles nachweisliche genetische Defekte, die rasse- und linienbedingt letztendlich von dem Züchter Lenk zu vertreten sind.

Im Zusammenhang mit Erbkrankheiten und deren Auswirkungen bei „Shar Pei Hunden“ werde ich aber in gesonderten Stellungnahmen die Ergebnisse meiner Recherchen und Überlegungen zu Papier bringen.

Am 08. Februar 2006 war es dann soweit. Mareen und Robert kamen mit „Air Berlin“ an und wurden sofort von den drei Knautschgesichtern herzlichst begrüßt. Na ja, sie wurden nicht nur willkommen geheißen, sondern sofort vereinnahmt. „Chow Lee“ hatte sich sofort in Mareen verliebt, wich ihr nicht mehr von der Seite und war erst dann zufrieden, wenn Mareen mit ihr kuschelte. Mareen`s Kleidung roch natürlich auch ein wenig nach ihrem prächtigen Shar Pei Rüden „Athos“, der leider in Berlin bleiben musste.
„Chilly“ stand mit „Chow Lee“ im ständigen Konkurrenzkampf, beide wichen Mareen auch nicht mehr von der Seite. Abends, beim Fernsehen lag die eine Knautschgesichtige rechts und die andere links von Mareen, bzw. von Robert und das Kuscheln und Knuddeln nahm kein Ende mehr. Wir kamen uns fast überflüssig vor. Nur unser „Pepper“, der lässige Bursche, beteiligte sich der Knutscherei recht selten.

Unsere Knautschgesichter waren in den allerbesten Händen.

Gleich am zweiten Tag machten wir einen großen Ausflug in das Tal der Mandelbäume. Die Blüte dieser Bäume stand nämlich in vollster Pracht.
Die Mandelbäume waren schon fast am Verblühen. Mareen und Robert sollten doch nachvollziehen können, warum Ibiza die „Weiße Insel“, die „Isla Blanca“ genannt wurde. Es war ein überwältigender Anblick. Das ganze Tal bot sich in weiß und zartrosa dem Betrachter hin. Sogar unsere Knautschgesichter machten den Eindruck, als wenn sie von der Blütenpracht auch hellauf begeistert gewesen sind. Das Wetter spielte mit, die Sonne begleitete uns. Unsere beiden Freunde, die Berliner waren hellauf begeistert.

Der nächste Tag, ein Sonnentag wie im Sommer, verführte uns dazu, unser Mittagessen in einem Restaurant direkt am Strand zu uns zu nehmen. Selbstverständlich hatten wir unsere Knautschgesichter „Chilly“ und „Pepper“ mit dabei; „Chow Lee“ hütete das Haus.
Ebenso selbstverständlich verbrachten wir den Nachmittag unter freiem Himmel am Strand. Das geschah alles am 10. Februar, nicht irgendwann im Mai oder so.
Um es vorweg zu nehmen: „Meine hohe Stirn bekam ihren ersten Sonnenbrand!“
Robert und Mareen waren natürlich von der Ambiente um diese Jahreszeit sehr angetan. Wir speisten gemeinsam von 14:00 bis 17:00 Uhr und ließen die Götter Neptun und Bachus, mit deren Gaben wir uns rundum verwöhnen ließen, das eine und auch das andere Mal hochleben – mit Aqua Mineralis.
Unsere „Chilly“ und unser „Pepper“ benahmen sich wie wohlerzogene Hunde, lagen unter dem Tisch und weder andere Gäste und Hunde sowie ein Schwarm von Sperlingen konnten sie nicht stören. Die Spatzen lauerten an jedem Tisch auf Brotkrumen, um die sie sich dann mit lautem Geschnatter stritten.

Am 11. Februar 2006 wurde unsere „Chilly“, 225 Tage nach ihrer Geburt, zum ersten Mal läufig.
Da in den ersten 7 Tagen eine Befruchtung nicht stattfinden kann, in dieser Zeit reifen die Eizellen heran, haben wir unsere beiden Cachorros „Pepper“ und „Chilly“ erst heute räumlich von einander getrennt.

„Chilly“ entwickelte sich in der Zeit ihrer Periode zu einer Hündin, die nun größten Wert auf Reinlichkeit legte. Sie putzt sich bei jeder Gelegenheit. Na ja, sie ist halt auch ein bezauberndes Mädchen!

Leider wurde sie, unsere reizende, kleine „Chilly“ am zweiten Tag nach der ersten Blutung von einer schlimmen Erkrankung mit heftigen Schmerzen und hohem Fieber befallen. Sie bekam Fieber, 41,4°C und hatte stark angeschwollenen Sprunggelenke an den Hinterbeinen, die auch entzündlich rot gefärbt und bei Berührung sehr schmerzhaft waren. Chilly konnte sich, wenn überhaupt, nur noch hinkend bewegte. Hierbei schrie sie vor Schmerz laut auf. Meist lag sie völlig apathisch in ihrem Körbchen, verweigerte Futter und Wasser und bekam schubweise heftiges Zittern am ganzen Körper.

Alle Symptome wiesen zweifelsfrei darauf hin: „Chilly“, die arme Muschelmaus, hatte „Shar Pei Fieber“ in der Form des „Swollen Hock Syndroms“, in der heftigsten Form. Sie legte jedoch eine geduldige Leidensfähigkeit an den Tag. Mir stellen sich heute noch die Nackenhaare, wenn ich an das Leid denke, das unsere „Chilly“ durchgemacht hat!

Mich erinnerten die Symptome an heftige Rheumaanfälle bei Menschen.

Mareen und Robert hatten uns zwei Schachteln mit Trinkampullen „Calcium“ mitgebracht. „Chilly“ bekam gegen Mittag den Inhalt der erste Ampulle „Calcium“ und am späten Abend den Inhalt der zweiten Ampulle.


Das Fieber ging natürlich nicht runter, ebenso wenig ließen die heftigen Schmerzen an den Sprunggelenken nach.
Die Verabreichung der zwei Ampullen „Calcium“ konnten auf gar keinen Fall das Herabsenken des Fiebers und die Minderung der Schmerzen bewirken.
Ein Schmerzmittel wäre für „Chilly“ wohl angebrachter gewesen.

In diesem Zusammenhang sah ich zum ersten Mal die Empfehlungen des Züchters Uwe Lenk mit größter Skepsis an und entschloss mich in dieser Nacht, zukünftig mehr über das „Shar Pei Fieber“ in Erfahrung zu bringen.

Nach Ablauf von ca. 20 Stunden war „Chilly“ ohne sichtbaren Befund. Das Fieber und die Schwellungen waren verschwunden. Sie hatte keine Schmerzen mehr.

Der Züchter Uwe Lenk, der selbsternannte „Herr der Falten“ stellt „Shar Pei Fieber“ als eine Unpässlichkeit der Hunde da, die keine große Bedeutung hat.
Seine Empfehlungen an all die Rat- und hilfesuchenden, deren Welpen, bzw. erwachsenen „Shar Pei Hunde“ unter dem „Familial Shar Pei Fieber“ bzw. des „Swollen Hock Syndroms“ leiden:

Zitat:

„Also, wenns wirklich mal passiert (Shar Pei Fieber), eine Calcium Trinkampulle verabreichen und den Hund einfach ausruhen und schlafen lassen. Am nächsten Tag ist alles vorbei.“

Oder wie er an anderer Stelle schreibt:

„Bei sofortiger Gabe einer Calcium Trinkampulle können diese Fieberschübe schnell abgebrochen werden und bereits nach ein paar Stunden ist alles vorbei. danach ruhe gönnen und den Hund gesundschlafen lassen.“

Zitatende.

Liebe Freunde, So einen Blödsinn habe ich ja schon lange nicht mehr gelesen. Das kann es ja wohl nicht sein. „Shar Pei Fieber“ ist ein schockartiges Erlebnis für die betroffenen Hunde, mit einem fürchterlichen Krankheitsbild, das man nicht als „Bagatelle“ mit z. B.: „Am nächsten Tag ist alles vorbei.“ abtun kann.

„Shar Pei Fieber“ ist eine rassebedingte Erbkrankheit, die linienbedingt in gewissen „Shar Pei Zuchten“ systematisch weitervererbt werden.

Was hat der Züchter Lenk zu verbergen? Ich glaube es zu wissen! Hierüber berichte ich demnächst ausführlich!

So, nun habe ich fast gänzlich in meiner Betroffenheit unsere Berliner „Shar Pei Freunde“ Mareen und Robert vergessen. Beide haben die arme „Chilly“ leiden gesehen und waren genau so betroffen wie wir.

Unsere Gäste hatten noch schöne Tage auf der Insel mit interessanten Erkenntnissen über Land und Leute. Nur sehr ungern haben wir die beiden am Abreisetag zum Flughafen gebracht. Mareen und Robert waren sehr angenehme Gäste. Sie hätten auch noch länger bei uns bleiben können.

Ich wünsche allen „Shar Pei Besitzern“, dass ihnen Erlebnisse, wie wir sie bei unserer kleinen und liebenswerten „Chilly“ mit dem „Shar Pei Fieber“ machen mussten, erspart bleiben.

Fortsetzung folgt bestimmt.



Hanspetr Kobold
Bremen, der 15.02.06